GLUC Braun Inf Lös 40 % 500ml Ecofl pl
B. Braun Medical AG
Swissmedic-genehmigte Fachinformation
Glucose 40% B. Braun
Zusammensetzung
Wirkstoffe
Glucose als Glucose-Monohydrat
Hilfsstoffe
Salzsäure (pH-Einstellung), aqua ad iniectabilia
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
Infusionslösung
Klare, farblose oder leicht gelbliche, wässrige Lösung
1000 ml Lösung enthalten:
40% | ||
Glucose als | g | 400 |
(≈ Glucose monohydrat) | g | (440) |
Aqua ad iniectabilia q.s. ad | ml | 1000 |
pH-Wert | 3,5-5,5 | |
Theoretische Osmolarität | mOsm/l | 2220 |
Energiegehalt | kJ/l | 6700 |
kcal/l | 1600 | |
Titrationsazidität (pH 7,4) | < 1 mmol/l |
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
●Glucosezufuhr zur Energiebereitstellung
●Kohlenhydratkomponente einer parenteralen Ernährung, insbesondere im Rahmen eines hochkalorischen Ernährungsregimes oder in Fällen, in denen eine Flüssigkeitsrestriktion indiziert ist
●Behandlung einer Hypoglykämie
Dosierung/Anwendung
Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Glucose- und Flüssigkeitsbedarf.
Übliche Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab dem 15. Lebensjahr
Die maximale Tagesdosis beträgt 15 ml pro kg Körpergewicht und Tag, entsprechend 6 g Glucose pro kg Körpergewicht und Tag.
Die maximale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 0,62 ml pro kg Körpergewicht und Stunde, entsprechend 0,25 g Glucose pro kg Körpergewicht und Stunde.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen
Zur Pharmakokinetik von Glucose bei Leber- oder Niereninsuffizienz liegen keine spezifischen Daten vor. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Anwendung unter besonderer Vorsicht erfolgen.
Patienten mit eingeschränktem Glucosestoffwechsel
Bei einer Einschränkung des oxidativen Glucosestoffwechsels (z.B. in der frühen postoperativen oder posttraumatischen Phase oder bei Hypoxie oder Organversagen) sollte die Dosierung so angepasst werden, dass ein normnaher Blutzuckerspiegel gewährleistet ist. Zur Vermeidung von Hyperglykämien wird eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels empfohlen.
Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich. Eventuelle Einschränkungen der Nieren- oder Leberfunktion sind jedoch zu berücksichtigen.
Kinder und Jugendliche
Sicherheit und Wirksamkeit von Glucose B. Braun wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht spezifisch untersucht. Dosis und Infusionsgeschwindigkeit sind abhängig von Alter, Körpergewicht und klinischem Allgemeinzustand sowie bei hypoglykämischen Zuständen von den individuellen Blutzuckerwerten. Sie sollten von einem Arzt mit Erfahrung in der Infusionstherapie bei Kindern festgelegt werden.
Die maximale Tagesdosis in g pro kg Körpergewicht bzw. ml Lösung pro kg Körpergewicht und Tag beträgt:
11. - 14. Lebensjahr | 8 g pro kg Körpergewicht | 20 ml pro kg Körpergewicht |
6. - 10. Lebensjahr | 10 g pro kg Körpergewicht | 25 ml pro kg Körpergewicht |
3. - 5. Lebensjahr | 12 g pro kg Körpergewicht | 30 ml pro kg Körpergewicht |
1. - 2. Lebensjahr | 15 g pro kg Körpergewicht | 37,5 ml pro kg Körpergewicht |
Reife Neugeborene | 15 g pro kg Körpergewicht | 37,5 ml pro kg Körpergewicht |
Frühgeborene | 18 g pro kg Körpergewicht | 45 ml pro kg Körpergewicht |
Bei der Anwendung bei Neugeborenen ist die hohe Osmolarität der Lösung zu berücksichtigen (siehe Rubrik «Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit»)
Bei Verabreichung der Lösung muss die gesamte Flüssigkeitszufuhr pro Tag berücksichtigt werden, wobei auch hier die für das entsprechende Alter und Körpergewicht empfohlenen Flüssigkeitsmengen zugrundezulegen sind (siehe auch «Warnhinweise / Vorsichtsmassnahmen»). Es ist zu beachten, dass diese Lösung nur einen Bestandteil einer parenteralen Ernährung enthält. Im Rahmen einer komplett parenteralen Ernährung müssen Glucoselösungen stets mit einer adäquaten Zufuhr von Aminosäuren, Lipiden, Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen kombiniert werden.
Art der Anwendung
Zur intravenösen Anwendung. Nur zur zentralvenösen Infusion
Kontraindikationen
●Hyperglykämie, deren Korrektur mehr als 6 Einheiten Insulin/Stunde erfordert
●Delirium tremens bei zuvor bereits dehydrierten Patienten
●Akute Schock- und Kollapszustände
●Metabolische Azidose
●Hyperhydratation,
●Lungenödem
●Akute Herzinsuffizienz
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Mit der Verabreichung von Glucoseinfusionen sollte nicht begonnen werden, bevor bestehende Flüssigkeits- und Elektrolytdefizite wie hypotone Dehydratation, Hyponatriämie und Hypokaliämie ausgeglichen wurden.
Eine hochdosierte Glucosezufuhr ist aufbauend zu beginnen. Eine zu rasche und zu hohe Glucosezufuhr kann zur Hyperglykämie sowie unter Umständen zum hyperosmolaren Koma führen (siehe Abschnitt «Glucosestoffwechsel» unten).
Wegen des Risikos einer Hyponatriämie (siehe unten) müssen Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz, Säure-Basen-Haushalt und Blutzucker vor und während der Gabe von Glucose 40% B. Braun sorgfältig überwacht werden. Art und Häufigkeit der entsprechenden Laboruntersuchungen hängen vom Allgemeinzustand des Patienten, der aktuellen Stoffwechsellage, der verabreichten Dosis und der Dauer der Behandlung ab. Auch das Gesamtvolumen sowie die verabreichte Glucosemenge sind zu berücksichtigen.Ein Schwerpunkt sollte auf dabei den Natriumspiegel gelegt werden, da Glukoselösungen dem Körper freies Wasser liefern und dadurch eine Hyponatriämie verursachen oder verschlimmern können.
Besonderes Augenmerk ist auf eine mögliche Hypokaliämie zu richten. Ggf. ist eine adäquate Kalium-Substitution zwingend geboten.
Eine besonders sorgfältige Überwachung ist bei Patienten mit dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) sowie bei Komedikation mit Vasopressin-Agonisten erforderlich. Auch bei Kindern ist eine besonders sorgfältige Überwachung angezeigt (siehe auch «besondere Warnhinweise für die pädiatrische Population»).
Bei Glucose 40 % B. Braun handelt es sich um eine hypertone Lösung. Im Körper können glucosehaltige Flüssigkeiten jedoch aufgrund der schnellen Verstoffwechselung der Glucose stark hypoton werden. Bei hypotonen Lösungen ist insbesondere eine Überwachung des Serumnatriums wichtig (siehe Abschnitt «Risiko einer Hyponatriämie»).
Wegen des Risikos der Entwicklung einer schweren Lactatazidose und/oder einer Wernicke-Enzephalopathie muss ein vorbestehender Thiamin-(Vitamin-B1-)Mangel vor der Infusion von glucosehaltigen Lösungen ausgeglichen werden.
Risiko einer Hyponatriämie
Je nach Tonizität der Lösung, Volumen und Infusionsrate sowie dem klinischen Zustand des Patienten und seiner Fähigkeit, Glucose zu verstoffwechseln, kann eine intravenöse Gabe von Glucose zu Elektrolyt-Ungleichgewichten führen, vor allem zu hypo- oder hyperosmotischer Hyponatriämie.
Bei Patienten mit nicht-osmotischer Freisetzung von Vasopressin (z.B. bei akuter Erkrankung, Schmerzen, postoperativem Stress, Infektionen, Verbrennungen oder Erkrankungen des ZNS), Patienten mit Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei Patienten mit Exposition gegenüber Vasopressin-Agonisten (siehe "Interaktionen“) besteht ein erhöhtes Risiko für eine akute Hyponatriämie.nach Infusion hypotoner Lösungen
Eine akute Hyponatriämie kann zu einer akuten hyponatriämischen Enzephalopathie (Hirnödem) führen, die durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Lethargie und Erbrechen gekennzeichnet ist. Ein Hirnödem geht mit einem Risiko schwerer, irreversibler und lebensbedrohlicher Hirnschädigungen einher und stellt daher einen medizinischen Notfall dar. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines schweren Hirnödems besteht insbesondere bei Kindern und bei Frauen im gebärfähigen Alter sowie bei Patienten mit reduzierter zerebraler Compliance (z.B. bei Meningitis, intrakranieller Blutung oder Hirnkontusion).
Glucosestoffwechsel
Glucoseverwertungsstörungen (d.h. eine Glucoseintoleranz) können unter Bedingungen eines pathologischen Stoffwechsels auftreten. Hierzu gehören vor allem Diabetes mellitus und metabolische Stresszustände (z.B. intra- und postoperativ, schwere Erkrankung, Trauma) sowie eine hormonell vermittelte Reduktion der Glucosetoleranz, die auch ohne exogene Zufuhr des Substrates zu einer Hyperglykämie führen kann. Eine Hyperglykämie kann - je nach Schweregrad - zu osmotisch vermittelten renalen Flüssigkeitsverlusten mit konsekutiver hypertoner Dehydratation führen sowie zu hyperosmotischen Störungen bis hin zum hyperosmotischen Koma.
Die Regulierung von Glucose und Elektrolyten steht dabei in einem engen Zusammenhang. Insulin fördert die zelluläre Kaliumaufnahme. Phosphat und Magnesium sind an den enzymatischen Reaktionen, die bei der Glucoseverwertung ablaufen, beteiligt. Der Kalium-, Phosphat- und Magnesiumbedarf kann sich daher nach der Glucosegabe erhöhen und muss überwacht und ggf. nach individuellem Bedarf ergänzt werden. Ohne eine entsprechende Supplementierung können insbesondere kardiale und neurologische Funktionen beeinträchtigt werden.
Eine instabile Stoffwechsellage (z.B. postoperativ oder nach Trauma, bei Hypoxie oder einer Organinsuffizienz) beeinträchtigt den oxidativen Glucosemetabolismus und kann zu einer metabolischen Azidose führen.
Im Falle einer Hyperglykämie muss der Patient adäquat überwacht und ggf. eine Insulinbehandlung eingeleitet werden. Die Gabe von Insulin führt jedoch zu einer zusätzlichen Verschiebung von Kalium in die Zellen und kann daher eine Hypokaliämie verursachen oder verstärken.
Die plötzliche Unterbrechung einer mit hoher Infusionsgeschwindigkeit durchgeführten Glucoseinfusion kann infolge des damit einhergehenden hohen Insulinspiegels zu einer ausgeprägten Hypoglykämie führen. Dies betrifft insbesondere Kinder unter 2 Jahren (siehe «besondere Warnhinweise für die pädiatrische Population») sowie Patienten mit Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen, die mit einer Störung der Glucose-Homöostase einhergehen. Bei Patienten mit erkennbaren Risikofaktoren sollte die Infusionsgeschwindigkeit während der letzten 30 bis 60 Minuten der Infusion schrittweise reduziert werden. Im Falle einer abrupten Beendigung einer parenteralen Ernährung sollte der Patient 30 Minuten lang auf Anzeichen einer Hypoglykämie hin überwacht werden.
Sonstige Vorsichtsmassnahmen
Nach einem akuten ischämischen Insult wird eine Verabreichung von Glucoselösungen nicht empfohlen, da nach Hyperglykämien über eine Zunahme ischämischer Hirnschäden und eine Beeinträchtigung der Rekonvaleszenz berichtet wurde.
Bei Patienten mit einer Schädigung der Blut-Hirn-Schranke kann die Verabreichung hyperosmolarer Glucoselösungen zu einem Anstieg des intrakraniellen/intraspinalen Drucks führen.
In den folgenden Situationen sollte Glucose 40% B. Braun unter besonderer Vorsicht angewendet werden:
•Hypervolämie
•Niereninsuffizienz
•Herzinsuffizienz
•Erhöhte Serumosmolarität
•Manifester oder subklinischer Diabetes mellitus oder Kohlenhydratintoleranz jedweder Ursache
Werden mangelernährte oder kachektische Patienten von Beginn an in voller Dosierung und mit entsprechender Infusionsgeschwindigkeit parenteral ernährt, ohne dass Kalium, Magnesium und Phosphat in angemessener Weise substituiert werden, kann es zu einem Refeeding-Syndrom mit Hypokaliämie, Hypophosphatämie und Hypomagnesiämie kommen. Innerhalb weniger Tage nach Beginn der parenteralen Ernährung kann es hierbei auch zu klinischen Manifestationen kommen. Bei solchen Patienten sollte die Infusionstherapie schrittweise aufgebaut werden. Eine an die bestehenden Abweichungen von den Normwerten angepasste Elektrolytsubstitution ist erforderlich.
Elektrolyte und Vitamine sind nach Bedarf zu substituieren. B-Vitamine, insbesondere Thiamin, werden für den Glucosestoffwechsel benötigt.
Glucosehaltige Lösungen dürfen nicht vor, während oder nach der Gabe von Blutprodukten im selben Schlauchsystem verabreicht werden, da dies zu einer Pseudoagglutination führen kann.
Besondere Warnhinweise für die pädiatrische Population
Eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr sollte bei Kindern und Jugendlichen engmaschig überwacht werden, da bei ihnen die Fähigkeit zur Flüssigkeits- und Elektrolytregulierung eingeschränkt sein kann. Eine ausreichende Hydratation und ein ausreichender Harnfluss sind sicherzustellen, und der Flüssigkeitshaushalts sowie die Elektrolytkonzentrationen in Plasma und Urin sollten sorgfältig überwacht werden. Für die Behandlung von Hypoglykämien im Kindesalter wird die Verwendung einer 10%igen Glucoselösung empfohlen.
Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr weisen ein erhöhtes Risiko für eine Rebound-Hypoglykämie nach abrupter Beendigung einer hochdosierten Infusionstherapie auf (siehe Abschnitt "Glucosestoffwechsel).
Neugeborene, insbesondere Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht, weisen ein erhöhtes Risiko einer Hypo- oder Hyperglykämie auf. Während der Anwendung einer intravenösen Glucoselösung ist daher eine engmaschige Blutzuckerkontrolle erforderlich, um mögliche Komplikationen einer Hypo- bzw. Hyperglykämie zu vermeiden. Eine Hypoglykämie kann bei Neugeborenen zu protrahierten Krampfanfällen, Koma und Hirnschädigung führen. Eine Hyperglykämie wurde mit Ventrikelblutungen im Gehirn, Frühgeborenen-Retinopathie, erhöhtem Sauerstoffbedarf, bronchopulmonaler Dysplasie, bakteriellen und mykotischen Infektionen sowie nekrotischer Enterokolitis in Verbindung gebracht, teilweise mit letalem Ausgang.
Interaktionen
Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel beizuziehen.
Interaktionen mit Arzneimitteln, die einen Einfluss auf den Glucosestoffwechsel haben, sind zu berücksichtigen. Hierzu gehören z.B. Schleifendiuretika und Thiazide.
Arzneimittel, die zu einer erhöhten Vasopressin-Wirkung führen
Vasopressin-Analoga (wie Desmopressin, Terlipressin oder Vasopressin) sowie andere Arzneimittel, welche die Vasopressin-Wirkung steigern, führen zu einer reduzierten elektrolytfreien Wasserausscheidung der Nieren und erhöhen das Risiko einer Hyponatriämie nach nicht ausreichend bilanzierter Behandlung mit i.v. verabreichten Flüssigkeiten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Hierzu gehören z.B. Amphetamine, Antipsychotika, Carbamazepin, Cyclophosphamid, Ifosfamid, Narkotika, NSAIDs, Oxytocin, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und Vincristin.
Das Risiko einer Hyponatriämie wird auch erhöht durch gleichzeitige Gabe von Diuretika oder Antiepileptika (wie z.B. Oxcarbazepin).
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschafts-Outcomes) mit der Anwendung von Glucoselösungen bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben bei therapeutischen Dosen keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).
Falls klinisch erforderlich, kann eine Anwendung von Glucose 40 % B. Braun während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden, sofern der Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt überwacht wird und dieser sich innerhalb des physiologischen Bereichs befindet. Eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels ist ebenfalls erforderlich.
Während der Entbindung sollte Glucose 40 % B. Braun aufgrund des Risikos einer Hyponatriämie mit besonderer Vorsicht gegeben werden, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Oxytocin (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»). Darüber hinaus kann eine intravenöse Glucose-Infusion bei der Mutter beim Feten zu einer gesteigerten Insulinproduktion führen, was mit einem Risiko für eine Hyperglykämie und eine metabolische Azidose beim Feten sowie für eine Rebound-Hypoglykämie beim Neugeborenen assoziiert ist.
Stillzeit
Glucose und ihre Metaboliten treten in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen von Glucose 40 % B. Braun sind jedoch keine Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten. Glucose 40 % B. Braun kann während der Stillzeit angewendet werden.
Fertilität
Es liegen keine klinischen Daten vor. Bei therapeutischen Dosen sind keine Auswirkungen zu erwarten.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Entsprechende Studien wurden nicht durchgeführt. Ein Einfluss von Glucose 40% B. Braun auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ist jedoch nicht zu erwarten.
Unerwünschte Wirkungen
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem (MedDRA) und Häufigkeit aufgelistet, welche unter intravenöser Anwendung 10%iger Glucoselösungen berichtet wurden. Dabei werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
•Sehr häufig (≥ 1/10)
•Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
•Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)
•Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
•Sehr selten (< 1/10.000)
•Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Nicht bekannt: Elektrolytstörungen wie insbesondere Hyponatriämie, Hypokaliämie
Erkrankungen des Nervensystems
Nicht bekannt: Hyponatriämische Enzephalopathie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Nicht bekannt: lokale Reaktionen an der Applikationsstelle, wie lokale Schmerzen, Venenreizung, Thrombophlebitis, Gewebenekrose bei Extravasation.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Überdosierung
Anzeichen und Symptome
Symptome einer Glucoseüberdosierung:
Hyperglykämie, Glukosurie, Hyperosmolarität und Dehydratation bis hin zu einem hyperglykämisch-hyperosmolaren Koma. Bei schweren Überdosierungen ist auch eine Lipogenese mit resultierender Steatosis hepatis möglich.
Symptome einer Flüssigkeitsüberdosierung
Eine Flüssigkeitsüberdosierung kann zur Hyperhydratation führen, mit gesteigertem Hautturgor, venöser Stauung, Ödemen (in schweren Fällen auch Lungen- und/oder Hirnödem) sowie Elektrolytstörungen, (insbesondere Hyponatriämie und Hypokaliämie) und Störungen des Säure-Basen-Haushalts.
Klinische Symptome einer Wasserintoxikation können Übelkeit, Erbrechen und Krampfanfälle sein.
Behandlung
Sollten Anzeichen einer Überdosierung auftreten, ist die Dosis zu reduzieren oder die Infusion zu unterbrechen. Die weitere Behandlung ist abhängig vom Schweregrad der Symptomatik und muss unter Überwachung insbesondere der Serum-Elektrolyte erfolgen. Ggf. können Elektrolyte, eine forcierte Diurese mittels Diuretika und Insulin zum Einsatz kommen.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code
B05BA03
Wirkungsmechanismus
Siehe Pharmakodynamik
Pharmakodynamik
Glucose wird als natürliches Substrat der Zellen im Organismus ubiquitär verstoffwechselt. Glucose ist unter physiologischen Bedingungen das wichtigste energieliefernde Kohlenhydrat mit einem Brennwert von ca. 17 kJ/g bzw. 4 kcal/g. Bei Erwachsenen liegt die normale Nüchternkonzentration der Blutglucose bei 70 bis 100 mg / dl oder 3,9 bis 5,6 mmol / l (Fasten).
Klinische Wirksamkeit
Es sind keine Daten vorhanden.
Pharmakokinetik
Absorption
Nicht zutreffend.
Distribution
Bei der Infusion verteilt sich Glucose zunächst im intravasalen Raum, um dann in den Intrazellulärraum aufgenommen zu werden.
Metabolismus
Glucose wird ubiquitär durch Glykolyse zu Pyruvat metabolisiert. Unter aeroben Bedingungen wird Pyruvat vollständig zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert. Bei einer Hypoxie wird Pyruvat in Lactat umgewandelt. Lactat kann partiell erneut in den Glucosestoffwechsel eingespeist werden (Cori-Zyklus).
Elimination
Die Endprodukte der vollständigen Oxidation von Glucose werden über die Lunge (Kohlendioxid) und die Nieren (Wasser) eliminiert. Eine renale Elimination von Glucose als solches ist möglich, ausserhalb pathologischer Stoffwechselsituationen (z.B. Diabetes mellitus, Postaggressionsstoffwechsel) aber ohne quantitative Bedeutung.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Keine Daten vorhanden.
Präklinische Daten
Mit Glucose 40 % B. Braun wurden keine konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, zum krebserzeugenden Potenzial und zur Reproduktionstoxizität durchgeführt. Glucose ist ein physiologsicherer Bestandteil des tierischen und menschlichen Plasmas. Präklinische Daten mit elektrolyt- und glucosehaltigen Lösungen unterschiedlicher Konzentrationen und Zusammensetzungen lassen bei therapeutischen Dosen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Beim Mischen mit anderen Arzneimitteln und mit Blut können Inkompatibilitäten auftreten, da Glucose 40 % B. Braun einen sauren pH-Wert aufweist.
Angaben zur Kompatibilität des hinzugegebenen Arzneimittels sind dessen Fachinformation zu entnehmen.
Erythrozytenkonzentrate dürfen nicht in Glucoselösungen aufgeschwemmt werden, da dies zu einer Pseudoagglutination führen kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Siehe Inkompatibilitäten
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Nicht zutreffend, siehe Abschnitt «Hinweise für die Handhabung».
Haltbarkeit nach Verdünnung
Aus mikrobiologischen Gründen sollte das Produkt sofort verwendet werden. Falls es nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerungszeiten der gebrauchsfertigen Lösung und die Lagerbedingungen vor Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C betragen, falls die Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden hat.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser der Reichweite von Kindern lagern.
Hinweise für die Handhabung
Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn sie klar und farblos oder annähernd farblos ist, keine sichtbaren Partikel enthält und Behältnis und Verschluss unversehrt sind.
Mit der Verabreichung sollte unmittelbar nach Anschliessen des Behältnisses an das Infusionssystem begonnen werden.
Vor der Zugabe von Additiven oder der Herstellung eines Nährstoffgemisches ist die physikalische und chemische Kompatibilität sicherzustellen. Da Glucoselösungen einen sauren pH-Wert aufweisen, können beim Mischen mit anderen Arzneimitteln Unverträglichkeiten auftreten.
Bei der Zugabe von Additiven sind die üblichen Richtlinien zur Asepsis strikt einzuhalten. Nährstoffgemische oder Lösungen mit Zusatz von Additiven sind unmittelbar nach Herstellung des Gemisches bzw. nach Zugabe des Additivs zu verabreichen.
Die Behältnisse sind nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nach der Anwendung sind Behältnis und nicht verbrauchter Inhalt wegzuwerfen. Bereits verwendete, noch nicht vollständig entleerte Behältnisse dürfen nicht erneut an ein Infusionssystem angeschlossen werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
Zulassungsnummer
29550 (Swissmedic).
Zulassungsinhaberin
B. Braun Medical AG, Sempach
Stand der Information
Februar 2025
29965 — 10.03.2025