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VITAMIN D3 Spirig HC Lös 10000 IE/ml (nb 05/26)

Spirig HealthCare AG

Swissmedic-genehmigte Fachinformation

Vitamin D3 Spirig HC® 10'000 I.E./ml, Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Spirig HealthCare AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Cholecalciferol.

Hilfsstoffe

Raffiniertes Olivenöl.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tropfen zum Einnehmen, Lösung

1 ml Lösung zum Einnehmen (40 Tropfen) enthält 10'000 I.E. Cholecalciferol (Vitamin D3), entsprechend 0,25 mg.

1 Tropfen enthält 250 I.E. Cholecalciferol (Vitamin D3).

Klare und hellgelb, geruchlose, ölige Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

  • Rachitisprophylaxe
  • Prophylaxe einer Osteomalazie
  • Prophylaxe bei erkennbarem Risiko einer Vitamin D-Mangelerkrankung bei ansonsten gesunden Erwachsenen >60 Jahre ohne Resorptionsstörung
  • Prophylaxe eines Vitamin D-Mangels bei erkennbarem Risiko einer Vitamin D-Mangelerkrankung bei erwachsenen Patienten mit Malabsorption
  • Therapie der Rachitis
  • Therapie der Osteomalazie
  • Behandlung eines Vitamin D-Mangels bei Erwachsenen

Dosierung/Anwendung

Zur Art der Anwendung siehe «Sonstige Hinweise», Abschnitt «Hinweise für die Handhabung».

Vitamin D3 Spirig HC 10'000 kann direkt eingenommen oder unmittelbar vor dem Einnehmen mit einer kleinen Menge einer kalten oder lauwarmen Speise gemischt werden, um die Einnahme zu erleichtern. Der Patient sollte darauf achten, die gesamte Dosis einzunehmen.

Die angegebene Zahl der Tropfen ist spezifisch für Vitamin D3 Spirig HC 10'000 I.E./ml, Tropfen zum Einnehmen und ist nicht auf andere Vitamin D-Lösungen übertragbar.

Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern

Kindern, die nicht gestillt werden, sollte die verordnete Dosis zusammen mit einer Mahlzeit verabreicht werden. Dabei kann Vitamin D3 Spirig HC 10'000 mit einer kleinen Menge Kindernahrung, Joghurt, Milch, Käse oder anderen Milchprodukten gemischt werden. Die Eltern sollten sicherstellen, dass das Kind die vollständige Dosis einnimmt.

Vitamin D3 Spirig HC 10'000 sollte nicht in eine Milchflasche oder in ein Behältnis mit weichen Speisen gegeben werden, da das Kind möglicherweise nicht die ganze Portion zu sich nimmt und dann nicht die vollständige Dosis erhält.

Vitamin D3 Spirig HC 10'000 schmeckt nach Olivenöl.

Prophylaxe

Frühgeborene:

2-4 Tropfen (entsprechend 500-1000 I.E.) pro Tag bis zum Ende des ersten Lebensjahres

Die genaue Dosierung ist vom behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin festzulegen, wobei die mit der Nahrung verabreichte Vitamin D-Menge zu berücksichtigen ist.

Säuglinge von 0-1 Jahren:

2 Tropfen (entsprechend 500 I.E.) pro Tag

In dieser Altersgruppe soll die Anwendung von Vitamin D unter ärztlicher Überwachung erfolgen, wobei die mit der Nahrung verabreichte Vitamin D-Menge zu berücksichtigen ist.

Erwachsene ≥60 Jahre:

3 Tropfen (entsprechend 750 I.E.) pro Tag

Erwachsene mit Malabsorption:

12-20 Tropfen (entsprechend 3'000-5'000 I.E.) pro Tag

Die Dosierung ist vom behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin festzulegen.

Therapie

Therapie der Rachitis:

Säuglinge von 0-1 Jahren:

2-4 Tropfen (entsprechend 500-1'000 I.E.) pro Tag

Die Behandlung muss unter ärztlicher Überwachung (einschliesslich regelmässiger Kontrollen des Serumcalciums) erfolgen und die Dosierung anhand des Schweregrades der Erkrankung festgelegt werden.

Kinder und Jugendliche im Alter von 1-18 Jahren:

4-20 Tropfen (entsprechend 1'000-5'000 I.E.) pro Tag während der ersten 6 Wochen, gefolgt von 2-4 Tropfen (entsprechend 500-1'000 I.E.) pro Tag als Erhaltungstherapie

Die Behandlung sollte unter ärztlicher Überwachung (einschliesslich Kontrollen des Serumcalciums) erfolgen und die Dosierung anhand des Schweregrades der Erkrankung festgelegt werden.

Therapie der Osteomalazie:

4-20 Tropfen (entsprechend 1'000-5'000 I.E.) pro Tag

Die Dosierung ist individuell vom behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin festzulegen.

Therapie eines Vitamin D-Mangels bei Erwachsenen:

Therapie des leichten Vitamin D-Mangels:

3-6 Tropfen (entsprechend 750-1500 I.E.) pro Tag

Therapie des schweren Vitamin D-Mangels:

6-8 Tropfen (entsprechend 1500-2000 I.E.) pro Tag

Schwangere:

6-8 Tropfen (entsprechend 1'500-2'000 I.E.) pro Tag (siehe auch «Schwangerschaft / Stillzeit»)

Während der Schwangerschaft sollte die Anwendung unter ärztlicher Aufsicht erfolgen und die Dosierung individuell festgelegt werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung ist aufgrund des Alters nicht erforderlich. Eine mögliche altersbedingte Verschlechterung der Nierenfunktion ist jedoch zu berücksichtigen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollte Vitamin D3 Spirig HC 10'000 nicht angewendet werden. Bei leichter bis moderater Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich; die Behandlung sollte jedoch mit Vorsicht und unter regelmässiger Kontrolle der Calcium- und Phosphatspiegel erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Zur Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit von Vitamin D3 bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen keine Daten vor. Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen ist jedoch keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

  • Hypercalciämie, Hypercalciurie
  • Hypervitaminose D
  • Neigung zur Bildung calciumhaltiger Nierensteine
  • Pseudo-Hypoparathyreoidismus
  • Rachitisprophylaxe beim Säugling und Kleinkind bei Vorliegen einer Hypothyreose oder idiopathischen Hypercalciämie
  • längerfristig immobilisierte Patienten (z.B. nach orthopädischen Korrektur-Operationen oder bei Skelettaffektionen mit Bettlägrigkeit)
  • gleichzeitige Gabe von Vitamin D-Analoga
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Cholecalciferol (Vitamin D3) oder einem der sonstigen Bestandteile des Produktes

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vitamin D bewirkt eine erhebliche Steigerung der Calciumresorption. In hohen Dosen sind alle D-Vitamine toxisch (siehe «Überdosierung»).

Überwachung der Therapie

Im Falle einer Langzeitbehandlung mit Tagesdosen über 1'000 IE Vitamin D3 müssen daher die Calcium- und Phosphatkonzentrationen im Serum sowie die Nierenfunktion überwacht werden. Dies gilt insbesondere bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit Störungen des Calciumstoffwechsels, gestörter renaler Calcium- und Phosphatausscheidung, Arteriosklerose, Koronarer Herzerkrankung oder Nephrolithiasis.

Im Falle einer Hypercalciämie oder oder Hypercalciurie sowie bei Anzeichen einer Verschlechterung der Nierenfunktion muss die Dosis reduziert oder die Behandlung abgebrochen werden. Eine Dosisreduktion (bzw. ein vorübergehendes Absetzen) empfiehlt sich, wenn die Calcium-Konzentration im Urin 7.5mmol/24 Stunden (entsprechend 300mg/24 Std.) überschreitet.

Die Patienten, insbesondere solche unter einer Dauertherapie mit höheren Dosen, sollten auf die möglichen Symptome einer Überdosierung (wie Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe gefolgt von Obstipation, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Polydipsie, Polyurie) hingewiesen werden.

Sarkoidose

Bei Patienten mit Sarkoidose sollte Vitamin D3 Spirig HC 10'000 aufgrund einer möglichen Steigerung der Metabolisierung von Vitamin D3 zu seiner aktiven Form nur mit Vorsicht verordnet werden. Bei diesen Patienten muss die Calziumkonzentration in Serum und Urin regelmässig überwacht werden.

Pseudohypoparathyreoidismus

Bei Patienten mit Pseudohypoparathyreoidismus darf Vitamin D3 nicht angewendet werden. Bei diesen Patienten kann der Vitamin D-Bedarf durch eine phasenweise normale Vitamin D-Empfindlichkeit herabgesetzt sein, wodurch das Risiko einer lang anhaltenden Überdosierung besteht. Bei diesen Patienten sollten daher leichter steuerbare Vitamin D-Derivate (wie z.B. Calcitriol) verwendet werden, welche keinem Parathormon-abhängigen Metabolismus in der Niere unterliegen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollte Vitamin D3 nicht angewendet werden. Bei leichter oder moderater Niereninsuffîzienz sollte die Anwendung mit Vorsicht erfolgen. Bei diesen Patienten müssen der Calzium- und Phosphatspiegel sowie die Nierenfunktion überwacht werden. Das Risiko von Weichteil-Calzifizierungen sollte berücksichtigt werden.

Der ursächliche Zusammenhang zwischen einer Supplementierung mit Vitamin D3 und einer Nephrolithiasis ist nicht eindeutig belegt, das Risiko ist aber plausibel, vor allem im Kontext einer begleitenden Calziumsupplementierung.

Gleichzeitige Anwendung von Herzglykosiden

Bei gleichzeitiger Anwendung von Herzglykosiden ist aufgrund eines erhöhten Risikos für Arrhythmien Vorsicht geboten (siehe «Interaktionen»).

Andere Vitamin D-Quellen

Bei der Einnahme von Vitamin D3 Spirig HC 10'000 ist darauf zu achten, dass keine anderen Vitamin D-haltigen Arzneimittel angewendet werden. Die Vitamin D3-Menge, die in Form von mit Vitamin D3 angereicherten Lebensmitteln (z.B. Milch, Fetten, Säuglingsnahrung) zugeführt wird, muss bei der Festlegung der Dosis berücksichtigt werden. Insbesondere kann bei Verwendung von mit Vitamin D angereicherter Säuglingsnahrung die zusätzliche prophylaktische Vitamin D-Zufuhr entsprechend reduziert werden.

Zusätzliche Calziumsupplementierung

Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Calciumsupplementierung sollte für jeden Patienten individuell abgewogen werden. Die Gabe von Calcium-Ergänzungspräparaten sollte unter engmaschiger Überwachung des Calciumspiegels in Serum und Urin erfolgen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Ionenaustauscherharzen wie Cholestyramin, Colestipolhydrochlorid oder Orlistat sowie mit Laxantien wie Paraffinöl kann die Absorption von Vitamin D3 im Gastrointestinaltrakt reduziert sein.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche Leberenzyme induzieren, wie Barbiturate oder bestimmte Antikonvulsiva (z.B. Phenytoin) oder, kann die Wirkung von Vitamin D3 aufgrund eines beschleunigten Metabolismus reduziert sein.

Imidazol-Antimykotika können die Aktivität von Vitamin D3 beeinflussen durch Hemmung der Umwandlung von 25-Hydroxy-Vitamin D3 zu 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3 durch das renale Enzym 25-Hydroxy-Vitamin D3 -1-Hydroxylase.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden kann die Digitalis-Toxizität und damit das Risiko für Arrhythmien erhöht sein. Der Patient ist engmaschig zu überwachen, ggf. unter Kontrolle der Calziumkonzentration in Serum und Urin sowie des EKGs.

Thiazid-Diuretika können durch Reduktion der renalen Calcium-Ausscheidung zu einer Hypercalciämie führen. Während einer Langzeittherapie sollten daher die Calciumspiegel in Serum und Urin sowie ggf. das Serumkreatinin überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Glukokortikoiden kann die Wirkung von Vitamin D3 reduziert sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur limitierte Daten zur Anwendung von Cholecalciferol (Vitamin D3) bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Langanhaltende Überdosierungen von Vitamin D müssen während einer Schwangerschaft vermieden werden, da die daraus resultierende Hypercalciämie beim Kind zu einer supravalvulären Aortenstenose und einer Retinopathie sowie zu körperlicher und geistiger Retardierung führen kann.

Während einer Schwangerschaft sollte Vitamin D3 daher nur nach strenger Indikationsstellung und unter ärztlicher Überwachung angewendet und nur so niedrig dosiert werden, wie dies zur Behebung des Vitamin D-Mangels unbedingt notwendig ist. Zur Prophylaxe sollte bei Schwangeren eine Tagesdosis von 600 IE nicht überschritten werden.

Zur Behandlung eines bereits manifesten Vitamin D-Mangels können, je nach Grunderkrankung und Schwere des Mangels, unter entsprechender Überwachung des Calcium- und Phosphat-Haushalts Tagesdosen bis 2000 I.E. angewendet werden (siehe «Dosierung / Anwendung»). Eine Überdosierung muss vermieden werden.

Stillzeit

Vitamin D3 und seine Metaboliten treten in die Muttermilch über. Fälle einer Überdosierung bei Säuglingen über die Muttermilch sind jedoch nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Eine Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit ist jedoch unwahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet:

«sehr häufig» (≥1/10),

«häufig» (≥1/100, <1/10),

«gelegentlich» (≥1/1'000, <1/100),

«selten» (≥1/10'000, <1/1'000),

«sehr selten» (<1/10'000).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Gelegentlich: Hypercalziämie, Hypercalzurie.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:

Selten: Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria.

Die übrigen unerwünschten Wirkungen stellen die Folge einer Überdosierung dar (siehe «Überdosierung»).

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Bei gesunden Erwachsenen liegt die Schwelle für eine Vitamin D-Intoxikation bei einer Dosis von 20'000-50'000 IE pro Tag über einen längeren Zeitraum. Bei Säuglingen und Kleinkindern können bereits bei niedrigeren Dosierungen unerwünschte Wirkungen auftreten.

Anzeichen und Symptome

Eine Überdosierung von Vitamin D führt zu einer Hypercalciämie und Hypercalciurie sowie zu einem Anstieg des Phosphats in Serum und Urin. Die Symptome einer Vitamin D-Überdosierung sind uncharakteristisch. Es kann zu Müdigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Ataxie, Arrhythmien, Mundtrockenheit bzw. Durstgefühl, metallischem Geschmack, Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation, Exanthemen, Polyurie, Azidose, Muskel- und Knochenschmerzen sowie bei Kindern zu Hypotonie kommen. In schweren Fällen sind auch Elektrolytveränderungen, Azidose, psychische Veränderungen und Bewusstseinsstörungen möglich.

Eine chronische Überdosierung kann mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion, Nephrocalcinose, Gewichtsveränderungen, Pankreatitis, Anämie und Krampfanfällen einhergehen. Bei Kindern kann es zu einem verzögerten Wachstum, bei Erwachsenen zu einer Osteoporose kommen. Darüber hinaus kann die Hypercalciämie zu Calzifizierungen in Gefässen und Organen führen.

Behandlung

Es existiert kein spezifisches Antidot. Im Vordergrund steht die Behandlung der Hypercalciämie.

Als erste Massnahme ist das Präparat (sowie sämtliche zusätzlichen Calciumpräparate) abzusetzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die weitere Behandlung ist abhängig vom Schweregrad der Symptomatik und kann folgende Massnahmen umfassen: calciumarme bzw. calciumfreie Ernährung, reichliche Flüssigkeitszufuhr, forcierte Diurese (mittels Furosemid), Gabe von Glukokortikoiden, ggf. Hämo- oder Peritonealdialyse.

Bei akuter Intoxikation (z.B. bei akzidenteller Überdosierung) können das Auslösen von Erbrechen, eine Magenspülung oder die Gabe von Mineralöl-Präparaten angezeigt sein.

Bei chronischer Überdosierung kann auch die Gabe von Calcitonin indiziert sein.

Da Cholecalciferol im Körper gespeichert wird, kann eine Hypercalciämie infolge chronischer Vitamin D-Überdosierung über mehrere Wochen bis Monate anhalten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

Vitamin D3 und Analoga, Cholecalciferol

A11CC05

Wirkungsmechanismus

Vitamin D ist eine im menschlichen Organismus natürlicherweise vorkommende Substanz. In der Haut wird 7-Dehydrocholesterin unter der Einwirkung von UV-Strahlung (Sonnenlicht) in Vitamin D3 (Cholecalciferol) umgewandelt. In geringem Umfang wird Vitamin D3 auch mit der Nahrung (Milch, Butter, Eigelb, Leber) zugeführt. Cholecalciferol wird in zwei Hydroxylierungsschritten zunächst in der Leber (Position 25) und dann im Nierengewebe (Position 1) in seine biologisch aktive Form, das 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol), überführt.

Calcitriol reguliert zusammen mit Parathormon und Calcitonin den Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel. Es fördert die Absorption von Calzium im Darm, den Einbau von Calzium in das Osteoid und die Freisetzung von Calzium aus Knochengewebe. Ausserdem werden der passive und der aktive Phosphattransport stimuliert. In der Niere hemmt Calcitriol die Ausscheidung von Calcium und Phosphat durch Förderung der tubulären Rückresorption. Die Bildung von Parathormon (PTH) in den Nebenschilddrüsen wird durch die biologisch aktive Form von Vitamin D3 direkt gehemmt. Darüber hinaus wird die PTH-Sekretion durch die erhöhte Calziumaufnahme im Dünndarm gehemmt. Der Mindestbedarf an Vitamin D liegt je nach Lebensalter zwischen 400 und 800 I.E. pro Tag. Gesunde Erwachsene können bei ausreichender Sonnenexposition ihren Bedarf durch Eigensynthese decken.

Bei einem Mangel an Vitamin D bleibt die Verkalkung des Skeletts aus (Rachitis) bzw. es kommt zu einer Entkalkung des Knochens (Osteomalazie). Mögliche Ursachen für einen Vitamin D-Mangel beim Erwachsenen sind unter anderem ungenügende UV-Exposition, Malabsorption bzw. Maldigestion (z.B. bei Zöliakie), Leberzirrhose und Niereninsuffizienz sowie eine Behandlung mit Antikonvulsiva oder Glukokortikoiden.

Pharmakokinetik

Absorption

Vitamin D3 wird in Gegenwart von Nahrungsfetten rasch und fast vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert.

Distribution

Cholecalciferol und seine Metaboliten sind an spezifische Alpha-Globuline gebunden. Hauptspeicherorte sind Leber und Fettgewebe.

Metabolismus

Nach Hydroxylierung in der Leber zu 25-Hydroxycholecalciferol erfolgt in den Nieren eine weitere Hydroxylierung zum aktiven Metaboliten 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol).

Elimination

Vitamin D3 und seine Metaboliten werden überwiegend über die Galle und die Faezes ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde im Vergleich zu nierengesunden Probanden eine um 57 % geringere metabolische Clearance beschrieben.

Präklinische Daten

Toxizität bei wiederholter Gabe

Bei verschiedenen Tier-Species durchgeführte präklinische Studien haben gezeigt, dass bei Dosen, welche die für die therapeutische Anwendung beim Menschen erforderlichen Dosen bei Weitem übersteigen, toxische Effekte auftreten.

In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe wurden als häufigste Effekte verstärkte Calzurie und verringerte Phosphaturie sowie Proteinurie beschrieben.

Bei hohen Dosen kam es zum Auftreten einer Hypercalziämie. Bei länger anhaltender Hypercalziämie wurden histologische Veränderungen (Calcifizierungen) festgestellt, die vor allem Nieren, Herz, Aorta, Hoden, Thymus und Darmschleimhaut betrafen.

Reproduktionstoxizität

Im Tierversuch erwies sich Cholecalciferol in hohen Dosen als teratogen.

In Dosen, die den therapeutisch angewendeten Dosen entsprechen, hat Cholecalciferol keine teratogene Aktivität.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Haltbarkeit nach Anbruch

Nach Anbruch 5 Monate haltbar.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Nicht im Kühlschrank lagern.

Nicht einfrieren.

Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Packung enthält 1 Flasche mit kindersicherem Verschluss, entweder mit integriertem Tropfer oder mit einer separaten, externen Pipette (in einem Kunststoffköcher).

Flasche mit separater, externer Pipette

Bei der Anwendung sind die folgenden Anweisungen zu befolgen:

  1. Den Deckel gleichzeitig drücken und drehen.
  2. Den Deckel entfernen.
  3. Den Köcher der Pipette abschrauben.
  4. Die Pipette in die Flasche einführen, um den Inhalt aufzunehmen.
  5. Die verordnete Anzahl an Tropfen auf einen Löffel geben.
  6. Die Flasche mit dem Deckel verschliessen. Die Pipette in den Köcher zurückstellen und zuschrauben.
  7. Die Arzneimittelflasche und die Pipette wieder in der Originalverpackung verstauen.

Tropfflasche

Bei der Anwendung sind die folgenden Anweisungen zu befolgen:

  1. Den Deckel der Tropfflasche gleichzeitig drücken und drehen.
  2. Den Deckel entfernen.
  3. Die Tropfflasche senkrecht halten und die verordnete Anzahl Tropfen auf einen Löffel geben.
  4. Nach der Verabreichung der Tropfen die Tropfflasche wieder aufrecht stellen. Die Flasche mit dem Deckel verschliessen.
  5. Die Tropfflasche wieder im Originalkarton verstauen.

Zulassungsnummer

69997 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Spirig HealthCare AG, 4622 Egerkingen

Stand der Information

Oktober 2025

32571 — 07.09.2026